Treibjagd

April 03, 2016 Treibjagd 0

Abschlussdrehbuch 2016 der ifs internationale filmschule köln

von Sandra Schröder

Kurzsynopsis
Es herrscht Treibjagd im Mitteldeutschen Hochgebirge. Als ein junges Mädchen im Affekt die Affäre ihres Vaters anschießt, beschuldigt sie den Außenseiter der Gruppe und löst so eine Menschenjagd aus, in der es schnell um Leben und Tod geht.

Synopsis
Deutsches Mittelgebirge. Weiche, blassgrüne Hügel umgeben das Dorf. Marienstatuen. Feldwege. Landstraßen. Der Alltag hier hat wenig an Spannung zu bieten und die Jalousien der Anwohner sind lichtdicht geschlossen. Noch ahnt niemand, dass auf dieser Treibjagd alles ans Licht kommen wird, was da im Inneren der Dorfbewohner verborgen liegt. Ein Mädchen blickt durch das Zielfernrohr ihres Gewehrs. Der runde Ausschnitt gibt ein Schauspiel preis, das ihr vor Zorn die Galle in den Mund treibt. Es sind ihr Vater und eine Frau. Sie umschlingen sich, driften aufeinander zu, verschmelzen im knochigen Bauch des kahlen Waldes miteinander. Anscheinend denken sie, dass da niemand wäre. Aber da ist die Tochter. Da ist ein geladenes Gewehr. Und da ist die Wut, weil die Mutter nicht mal ein Jahr lang tot ist. Reta (18) schießt. Und Reta trifft. Als die Gruppe aus Jägern und Treibern die verletzte Frau auf dem Waldboden entdeckt, sieht Reta keinen anderen Ausweg: Anstatt zu ihrer Tat zu stehen, beschuldigt sie Broll (29) – als Außenseiter ein gefundenes Fressen. Die Stimmung schaukelt sich schnell auf, sodass plötzlich der Lauf eines Gewehres auf Broll zielt. In seiner Not nimmt er Reta als Geisel und flieht mit ihr in den Wald. Eine Jagd beginnt, deren Beute nicht mehr das Wildschwein ist, sondern ein junger Mann, der keuchend vor der Meute flieht. Fest an der Hand zerrt er das Mädchen hinter sich her und löst so in ihr den tief verborgenen Wunsch nach Verbundenheit aus. Und auch er entdeckt zwischen der Atemlosigkeit der Jagd seine Gefühle für sie. Aber die Treiber setzen nach. Zu ihrem Anführer hat sich der aufgebrachte Vater erklärt. Schnell kann er fast alle mobilisieren, denn hier ist man verschwägert, befreundet, verbunden. Auch sein Bruder Falk, der Polizist, kann die Meute nicht aufhalten. Und so entstehen bei Jägern und Gejagten Gruppendynamiken, die ungeahnte Ausmaße annehmen: Da ist die aufkeimende Liebe zwischen Entführer und Entführter auf der einen Seite und das Gefühl von Schuld, Zorn und Bereitschaft zur guten, geilen Gewalt auf der anderen. Doch im entscheidenden Moment verrät Reta Broll dann doch, sodass er am Ende der Willkür und dem Zorn der Treiber hilflos ausgesetzt ist. Sie kehrt ihm den Rücken und befindet sich fast in Sicherheit. Erst als es schon fast zu spät ist, besinnt sie sich. Mit dem Gewehr im Anschlag rennt sie zu Broll zurück, um ihn aus den Händen der geifernden Jäger zu befreien. Panisch, übermüdet, durchgefroren. Es fällt ein zweiter Schuss. Und die Jagd ist zu Ende.

Hier die Aufzeichnung des Pitchs im Rahmen der ifs-Abschlusspräsentation 2016 im Cinenova.

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